Daniel hatte mir einen Namen genannt: Dreamskins. Ein deutschsprachiges Unternehmen, das auf reinen, grasgeforderten Rindertalg spezialisiert ist, ohne die Kompromisse, die die meisten anderen Naturkosmetik-Produkte eingehen kein Auffüllen mit Mineralölen, kein maskierender Duft, keine tierischen Verarbeitungsmethoden aus industrieller Massenproduktion.
Ich war trotzdem nicht sofort überzeugt. Ich bin Ingenieur. Ich brauche Mechanismen, keine Geschichten. Also habe ich drei Wochen gewartet, noch mehr gelesen und dann bestellt.
Das erste, was mich überraschte: Es riecht nach nichts. Wirklich nach gar nichts. Ich hatte mit dem erwarteten Geruch von Fleischküche gerechnet. Stattdessen bekam ich ein cremeweiß-aufgeschlagenes Balsam in einem schweren Bernsteinglas, das aussah wie ein apothekentaugliches Produkt, das man schon immer hätte kaufen sollen.
Ich trug es morgens auf. Dreißig Sekunden. Stirn, Augen, Wangen. Es zog ein — vollständig, ohne Film, ohne Klebrigkeit. Ich konnte mich direkt danach rasieren. Kein Warten. Keine Schichten.
Am vierten Tag: Das Spannungsgefühl nach dem Waschen war weg. Die Haut fühlte sich nicht mehr an wie angespannte Plastikfolie morgens nach dem Aufstehen.
Nach zehn Tagen: Die Augenpartie. Ich sah es im Spiegel, bevor ich es ausdrücken konnte. Die Schatten waren nicht verschwunden aber heller. Das Erschöpfungs-Grau, das sich dort festgesetzt hatte, war aufgehellt.
Nach drei Wochen sagte mein Kollege Bernd beim Mittagessen Bernd, der kein einziges Mal in zwanzig Jahren ein Kommentar über mein Aussehen gemacht hatte: „Du siehst irgendwie anders aus. Warst du in Urlaub?" Nein. Ich war in München. Ich habe gearbeitet. Aber ich habe diesen Balm benutzt.
Nach sechs Wochen saß ich mit meiner Frau auf dem Sofa. Sie legte die Hand an meine Wange. „Deine Haut fühlt sich so anders an", sagte sie. „Was machst du?"
Das war der Moment.